Verteidigungsministerium beendet das Rüstungsprojekt Fregatte F126
Die sechs geplanten Fregatten des Typs F126 für die Deutsche Marine werden nicht beschafft. Diese Entscheidung hat das Verteidigungsministerium aufgrund von erheblichen zeitlichen Verzögerungen, enormen Kostensteigerungen sowie nicht zu kalkulierenden Risiken getroffen. Ein Ersatz für die wichtige Aufgabe der U-Boot-Jagd ist bereits in Aussicht.
Die Fähigkeit zur U-Boot-Jagd hat für die Landes- und Bündnisverteidigung höchste Relevanz. Um die Deutsche Marine hierfür zu ertüchtigen, sollten sechs Fregatten der Klasse F126 beschafft werden. Das Unternehmen Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS), das zunächst als Generalunternehmer beauftragt wurde, konnte die vereinbarten zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen jedoch nicht einhalten. Die Prüfung des Verteidigungsministeriums, ob ein Wechsel des Generalunternehmers auf die Naval Vessels Lürssen B.V. & Co. KG (NVL) das Projekt retten könnte, wurde negativ beschieden.
U-Jagd-Fähigkeit ist gesichert
Als Ersatz für die sechs F126 soll die Marine gemäß den Plänen des Verteidigungsministeriums insgesamt acht MEKO-Fregatten des Typs A-200 DEU bekommen. Mit diesen Schiffen könnte die Marine ihren Kernauftrag zur U-Boot-Jagd erfüllen und den NATO-Verpflichtungen nachkommen, so die Einschätzung des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack. Das Ministerium will dem Haushaltsausschuss des Bundestags daher schnellstmöglich die Entscheidungsgrundlage für den Kauf der MEKO-A-200-DEU-Fregatten vorlegen.
Mehr Schiffe für weniger Geld
Der Beschaffungspreis für die ersten vier Fregatten MEKO A-200 DEU würde vorbehaltlich der Billigung des Haushaltsausschusses rund 6,3 Milliarden Euro betragen. Die Option über vier weitere Schiffe könnte bis Ende 2026 für rund 5,3 Milliarden Euro ausgelöst werden. Das Kürzel MEKO steht für Mehrzweck-Kombination. Mit dem praxiserprobten modularen Konzept lassen sich Patrouillenschiffe, Korvetten, Fregatten und kleine Zerstörer individuell konfigurieren. Schiffe der MEKO-Familie sind bei vielen Marinen weltweit im Einsatz.
Dem standen Kosten in einer Größenordnung von 18 Milliarden Euro gegenüber, die der Kauf von sechs Fregatten F126 voraussichtlich verursacht hätte. Das hat die Prüfung der Projektsituation durch das Verteidigungsministerium ergeben. Außerdem hätte der Bund bei einem Generalunternehmerwechsel vertraglich auf mögliche Schadenersatzansprüche gegenüber dem bisherigen Auftragnehmer DSNS verzichten müssen. Dies widerspreche dem Verständnis vom verantwortungsvollen Umgang mit Haushaltsmitteln, so das Verteidigungsministerium.
Quelle: Bundeswehr