Gemeinsame IT-Einkaufsorganisation: Marktplatz Deutschland soll bis Ende 2027 bereitstehen

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), das Land Berlin und die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK Berlin) bündeln im Rahmen der Föderalen Modernisierungsagenda ihre Kräfte, um den öffentlichen Einkauf von Bund und Ländern gemeinsam zu stärken. Dazu haben sie einen Letter of Intent (LOI) unterzeichnet. Gemeinsam arbeiten sie am Marktplatz Deutschland – der zentralen, KI-gestützten Einkaufsplattform, die der Bund bis Ende 2027 bereitstellt – und an der geplanten IT-Einkaufsorganisation des Bundes. Zentral ist dabei die Pilotierung der Funktion „Direktauftrag“ auf dem Marktplatz Deutschland.

Markus Richter, Staatssekretär im BMDS:

„Wir machen den öffentlichen Einkauf spürbar schneller und einfacher. Gemeinsam mit Bund, Land und Wirtschaft setzen wir die Föderale Modernisierungsagenda in die Praxis um.“

Bund und Land Berlin arbeiten zusammen

Für den Ausbau des Marktplatzes Deutschland ordnet der Bund den öffentlichen IT-Einkauf neu. Auch das Land Berlin reformiert seine Beschaffung – mit stärkerer Bündelung, zentraler Steuerung und, nach Vorbild des BMDS, einem Chief Procurement Office. Das eröffnet konkrete Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit: Eine neue professionelle IT-Einkaufsorganisation bündelt Bedarfe, senkt Mehrfachaufwände und Kosten und stärkt die Verhandlungsposition.

Florian Hauer, Chief Digital Officer (CDO) des Landes Berlin:

„Wir haben uns in einem LOI auf das Ziel verständigt, uns gemeinsam für Wirtschaft und Verwaltung einzubringen und damit auch die Vergabestrukturreform in Berlin voranzutreiben. Dabei soll der Direktauftrag über den Marktplatz Deutschland digital, rechtssicher und transparent abgewickelt werden. Dadurch entlasten wir unsere Beschaffungsstellen im Alltag und können Kapazitäten für die strategische Beschaffung schaffen.“

Funktion „Direktauftrag“: KI-gestützte Vergabe als gemeinsames Vorhaben

Das BMDS entwickelt den Marktplatz Deutschland als Plattform, die künftig die digitale Abwicklung von Vergabeverfahren für alle Bundesländer ermöglichen soll. Die Zusammenarbeit wird bereits in der Pilotierung der Funktion „Direktauftrag“ gelebt: BMDS, das Land Berlin und die IHK Berlin entwickeln und erproben sie gemeinsam. Berlin bringt seine Vergabepraxis unmittelbar in die Weiterentwicklung ein, während die IHK den Austausch mit der Wirtschaft und den Berliner Unternehmen einbindet. So wird die Funktion Schritt für Schritt gemeinsam ausgestaltet und im realen Vergabealltag getestet, bevor sie breit verfügbar gemacht wird.

Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin:

„Wir erhoffen uns insbesondere vom Direktauftrag weniger Bürokratie und schnellere Investitionen. In diesem Sinn tragen wir engagiert unseren Teil dazu bei, den Marktplatz Deutschland mit hoher Akzeptanz aus der Wirtschaft auf den Weg zu bringen und zum Erfolg zu führen. Gerade die kleinteilige und gleichzeitig innovationsstarke Berliner Wirtschaft ist durch ihre Struktur prädestiniert, ihre Anforderungen und Kompetenz Beschaffung einzubringen.“

Der Direktauftrag ist eine gesetzlich vorgesehene Ausnahme vom Vergaberecht. Behörden können dabei bis zu einer festgelegten Wertgrenze mit geringem bürokratischem Aufwand beschaffen.

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Quelle: Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung