Bundesdruckerei und ZenDiS kooperieren für digitale Souveränität
Die Bundesdruckerei-Gruppe und das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) wollen künftig enger zusammenarbeiten. Dazu haben beide Organisationen einen Letter of Intent unterzeichnet. Ziel ist es, sichere und souveräne IT-Lösungen für die öffentliche Verwaltung gemeinsam zu entwickeln, zu erproben und zu skalieren.
Im Mittelpunkt stehen souveräne IT-Infrastrukturen und Betriebsmodelle, Open-Source-Lösungen sowie die Weiterentwicklung der Office- und Kollaborationssuite openDesk für Einsatzbereiche mit erhöhten Sicherheitsanforderungen.
openDesk trifft auf genusecure
Einen ersten gemeinsamen Anwendungsfall wollen die Partner auf der Smart Country Convention im Oktober in Berlin vorstellen. Dabei soll openDesk mit der von der Bundesdruckerei-Tochter genua entwickelten genusecure Suite kombiniert werden.
Die Lösung soll einen sicheren Zugriff auf openDesk ermöglichen und auch die Verarbeitung von Informationen mit erhöhtem Schutzbedarf unterstützen. Nach Angaben der Bundesdruckerei ist dabei unter anderem die Verarbeitung von Dokumenten der Einstufung „VS-NfD“ vorgesehen.
Für öffentliche Auftraggeber ist insbesondere die Verbindung von Open-Source-Software mit Sicherheits- und Infrastrukturkomponenten interessant. Sie berührt damit eine zentrale Frage der digitalen Transformation der Verwaltung: Wie lassen sich offene und interoperable Softwarelösungen mit den hohen Anforderungen an IT-Sicherheit und den Schutz sensibler Verwaltungsdaten verbinden?
Digitale Souveränität als Beschaffungsthema
Mit der Kooperation rückt zugleich ein Aspekt in den Fokus, der für die öffentliche IT-Beschaffung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Digitale Souveränität zielt unter anderem darauf ab, Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern zu reduzieren und der öffentlichen Hand langfristig mehr Kontrolle über ihre digitalen Infrastrukturen und Anwendungen zu ermöglichen.
Das ZenDiS unterstützt Bund, Länder und Kommunen bei diesem Ziel und setzt dabei insbesondere auf Open Source. Die Bundesdruckerei-Gruppe bringt ihre Kompetenzen in den Bereichen sichere digitale Identitäten, IT-Sicherheit und geschützte Infrastrukturen ein.
Für öffentliche Auftraggeber kann der Einsatz offener Software insbesondere mit Fragen der Interoperabilität, Nachnutzbarkeit und langfristigen Betriebsfähigkeit verbunden sein. Gleichzeitig müssen bei sicherheitskritischen Anwendungen Anforderungen an Zulassungen, Betrieb und Schutzbedarf berücksichtigt werden.
Weitere gemeinsame Lösungen geplant
Die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit soll über den konkreten openDesk-Anwendungsfall hinausgehen. Bundesdruckerei-Gruppe und ZenDiS wollen weitere Lösungen entwickeln und diese anschließend gemeinsam in der öffentlichen Verwaltung erproben und skalieren.
Damit verbindet die Kooperation zwei für die Verwaltungsdigitalisierung zentrale Entwicklungen: den verstärkten Einsatz von Open Source und die Absicherung digitaler Infrastrukturen für besonders schützenswerte Informationen.
Quelle: Bundesdruckerei-Gruppe, Pressemitteilung vom 29. September 2026.