Bundeswehr: Investitions- und Bauvolumen erneut erhöht
Für das Haushaltsjahr 2025 setzt sich der Trend kontinuierlich steigender Ausgaben im Bereich der Bauinvestitionen fort. In 2025 wurden fast vier Milliarden Euro in den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur investiert. Bei rund 2,35 Milliarden Euro davon handelte es sich um Bauinvestitionen, wobei 0,75 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Bundeswehr für das System F-35A stammen.
Projekt „Resilient durch Infrastruktur“ läuft
Um die Infrastrukturbedarfe der Truppe möglichst schnell und unkompliziert zu decken, setzt die Bundeswehr auf verschiedene Ansätze. Das Wichtigste im Überblick:
Verbindliche Planungsvorgaben, einheitliche Anforderungen, innovative Lösungen: In einzelnen Liegenschaften spiegelt sich die Umsetzung der vereinfachten und beschleunigten Infrastrukturbereitstellung bereits wider. Fortschritte sind sowohl bei den bau- und vergaberechtlichen Rahmenbedingungen als auch bei der Optimierung und Entbürokratisierung des Infrastrukturverfahrens erzielt worden.
Als Option für spätere Entscheidungen und Bedarfe im Zusammenhang mit dem Aufwuchs der Truppe wird eine strategische Liegenschaftsreserve gebildet. In diese werden im Bundeseigentum befindliche Areale nach abschließender Prüfung der Eignung für eine künftige militärische Nutzung überführt.
Um Eigenkompetenzen für Großprojekte aufzubauen und die Landesbauverwaltungen zu unterstützen, wurde eine neue Organisationsstruktur im Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) für Sonderbauvorhaben geschaffen. Von diesen neuen Strukturen profitierten bereits Schnellläuferprojekte, wie die Infrastruktur für die Seefernaufklärer P-8A Poseidon, die schweren Transporthubschrauber CH-47F Chinook und das territoriale Flugkörperabwehrsystem Arrow.
Neuer Wehrdienst: Die Programme G-CAP und SIPGO
Eine zentrale Rolle beim personellen Aufwuchs der Bundeswehr spielt der Neue Wehrdienst. Bis 2031 rechnet das Verteidigungsministerium mit einem deutlichen Zuwachs an Rekrutinnen und Rekruten pro Jahr. Diese jungen Männer und Frauen brauchen Unterkünfte und müssen ausgebildet werden.
Zur kurzfristigen Bereitstellung von Unterkunfts- und Funktionsräumen in containerbasierten Gebäuden wurde für ad hoc-Bedarfe des Neuen Wehrdienstes deshalb das Sofortprogramm Infrastrukturbedarf Personalgewinnungsorganisation (SIPGO) gestartet. Rund 8.600 Betten in 32 Liegenschaften stehen seit September 2026 kurzfristig zur Verfügung. Mit dem Programm G-CAP Inland – Stufe 1 wird durch Rahmenverträge ab 2027 die rechtzeitige Bereitstellung der Infrastruktur für den Neuen Wehrdienst sichergestellt. Geplant sind circa 300 standardisierte Kompaniegebäude mit rund 54.000 Betten für Wehrdienstleistende sowie rund 9.000 Betten für deren Ausbilderinnen und Ausbilder. Beide Programme nutzen die wenigen verbliebenen Entwicklungsflächen innerhalb der bestehenden Bundeswehrliegenschaften.
Das weitergedachte Folgeprojekt G-CAP Inland – Stufe 2 sieht schließlich die Errichtung neuer Liegenschaften, die infrastrukturelle Ergänzung bestehender Liegenschaften sowie deren Betrieb vor. Ein Abschluss der Rahmenverträge ist für Ende 2028 geplant.
Schnell und unkompliziert: Anpassung rechtlicher Grundlagen
Der Bericht zeigt, dass Verteidigungsministerium und Bundeswehr auch in 2025 wichtige Schritte gegangen sind, um den infrastrukturellen Aufwuchs weiter zu stärken. Neben den aufgeführten unmittelbaren Maßnahmen müssen aber auch die rechtlichen Grundlagen für die Schaffung der Infrastruktur angepasst werden. Der im Koalitionsvertrag 2025 vereinbarte und in gemeinsamer Federführung zwischen dem BMVg und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) erarbeitete Entwurf des Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetzes soll eine schnellere Umsetzung von Bauvorhaben der Bundeswehr gewährleisten. Er befindet sich derzeit im laufenden Gesetzgebungsverfahren.
Weitere Informationen zum Infrastrukturbericht der Bundeswehr 2025 finden Sie hier.
Quelle: BMVg/Finke