7 schnelle Fragen an… Ramona Ader

ProfilfotoMit unserem neuen Interview-Format „7 schnelle Fragen“ geben wir regelmäßig Einblicke in die Köpfe und Karrieren von Persönlichkeiten aus Vergabe und Beschaffung. Wir sprechen über fachliche Themen, persönliche Erfahrungen und darüber, was die Menschen in unserer Branche bewegt – kompakt und praxisnah. Den Auftakt macht Ramona Ader. Sie ist seit sechs Jahren im Vergabe- und Beschaffungswesen tätig und als Rechtsanwältin bei BLOMSTEIN Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB in Berlin auf deutsches und europäisches Vergaberecht sowie EU-Beihilfe- und Zuwendungsrecht spezialisiert. Sie berät sowohl öffentliche Auftraggebende als auch Bieterinnen und Bieter in allen Phasen von Vergabeverfahren und begleitet Nachprüfungsverfahren vor den zuständigen Instanzen.

Liebe Frau Ader, wie sind Sie eigentlich zum Vergabe- und Beschaffungswesen gekommen – Zufall oder Plan?

Eine Mischung aus beidem. Ich habe mich schon immer für die Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Recht interessiert und wusste, dass ich in diesem Bereich arbeiten möchte. Dass es schließlich das Vergaberecht wurde, war eher Zufall – aber ein glücklicher.

Warum lohnt es sich aus Ihrer Sicht, eine Karriere im Vergabewesen anzustreben?

Ein gut funktionierendes Vergabewesen ist zentral für den Staat und eine leistungsfähige öffentliche Infrastruktur. Gleichzeitig gewährleistet es fairen Wettbewerb. Eine Tätigkeit in diesem Bereich hat also große gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz – das motiviert ungemein. Aus anwaltlicher Sicht reizt mich zudem besonders, dass trotz zahlreicher Verfahren immer wieder neue, spannende Rechtsfragen aufkommen. Das Vergaberecht bleibt daher fachlich anspruchsvoll und abwechslungsreich.

Wenn Sie eine Sache an der öffentlichen Beschaffung oder am Vergaberecht ändern könnten – welche wäre es?

Ich würde die aktuell im Gesetzgebungsverfahren vorgesehene faktische Abschaffung der Beschwerdeinstanz zurücknehmen. Öffentliche Vergaben betreffen oft wichtige Aufgaben mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung – sie brauchen daher eine wirksame gerichtliche Kontrolle. Statt einer Schwächung sollten die Nachprüfungsinstanzen personell und organisatorisch besser ausgestattet werden.

Welche Innovation hat Ihren Arbeitsalltag zuletzt am meisten bereichert?

Bei der Arbeit mit internationalen Mandanten nutze ich regelmäßig Übersetzungstools. Sie erleichtern ausländischen Unternehmen die Teilnahme an Vergabeverfahren in Deutschland erheblich und beschleunigen die Kommunikation.

Welchen Tipp würden Sie jemandem geben, der frisch im Vergabe- und Beschaffungswesen startet?

Nicht entmutigen lassen: Das Vergaberecht wirkt mit seinen zahlreichen Regelungen anfangs komplex. Wenn man sich eingearbeitet hat, eröffnet es jedoch viele Gestaltungsmöglichkeiten und macht richtig Spaß.

Abseits von Vergabe und Beschaffung: Was wäre Ihr zweitliebster Job?

Journalistin – immer nah dran an spannenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

Was verbinden Sie mit dem Deutschen Vergabenetzwerk (DVNW)?

Vor allem den jährlichen Vergabetag – eine hervorragende Gelegenheit zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Außerdem lese ich regelmäßig und mit großem Interesse die Beiträge im Vergabeblog.

Vielen Dank, Frau Ader, für die offenen Einblicke und das spannende Gespräch!


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