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Zitierangaben: Vergabeblog.de vom 20/05/2026 Nr. 74317

KI, Plattformen, Standards: Digitalministerkonferenz setzt Leitlinien für die digitale Verwaltung

Die Digitalministerkonferenz (DMK) hat auf ihrer fünften Sitzung in Hamburg am 13.05.2026 zentrale Leitlinien für die weitere Digitalisierung von Staat und Verwaltung beschlossen. Im Fokus stehen die föderale Modernisierungsagenda, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie gemeinsame IT-Standards und Plattformen. Aus Sicht der öffentlichen Beschaffung sind insbesondere drei Entwicklungen relevant:

KI-Einsatz nimmt Fahrt auf

Die Länder wollen den Einsatz KI-gestützter Verfahren in Verwaltungsprozessen deutlich ausweiten. Geplant sind unter anderem Anwendungen in Genehmigungs- und Planungsverfahren, bei der Dokumentenbearbeitung sowie zur Bürokratieentlastung. Sachsen brachte hierzu einen Vorstoß für KI-unterstützte Verfahren ein.

Öffentliche IT und digitale Souveränität im Fokus

Die DMK betont zudem die Bedeutung digitaler Souveränität und gemeinsamer IT-Standards. Die sogenannte „Deutschland-Architektur“ soll künftig als technisches Rückgrat für digitale Verwaltungsleistungen dienen. Ziel ist eine stärker interoperable öffentliche IT mit gemeinsamen Plattformen über föderale Ebenen hinweg.

Für öffentliche Auftraggeber dürfte dies Auswirkungen auf zukünftige Vergaben im Bereich Cloud, Plattformen, Open Source und KI-Anwendungen haben. Bereits im Frühjahr hatten das Bundesdigitalministerium und Bitkom gemeinsame Standards für die Beschaffung von Open-Source-Software vorgestellt.

Verwaltungsmodernisierung als Beschleuniger

Ein weiteres Kernanliegen der Konferenz ist die Beschleunigung staatlicher Verfahren. Die Modernisierungsagenda umfasst mehr als 200 Maßnahmen zur Vereinfachung und Digitalisierung administrativer Abläufe – darunter digitale Unternehmensgründungen innerhalb von 24 Stunden.

Für die öffentliche Beschaffung deutet sich damit ein Wandel an: Vergabe- und Verwaltungsprozesse werden zunehmend standardisiert, datengetrieben und KI-unterstützt organisiert werden müssen.

Von der digitalen Identität bis zu Law-as-Code

Darüber hinaus unterstützt die DMK die Weiterentwicklung der DeutschlandID (BundID) als zentrale digitale Identität sowie das Vorhaben „Schneller Gründen“. Zudem sollen Reallabore und sogenannte „Law-as-Code“-Ansätze vorangetrieben werden, um gesetzliche Regelungen künftig stärker digital und maschinenlesbar umzusetzen.

Weitere Informationen zur Digitalministerkonferenz stellt die Freie und Hansestadt bereit.

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