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Quo vadis, Brüssel?
Angekündigte Reform des EU-Vergaberechts lässt große Veränderungen erwarten.

Gerade hat der Bundesgesetzgeber zum 1.Juli 2026 das Vergabebeschleunigungsgesetz an den Start gebracht, da kündigt sich aus Brüssel der nächste große vergaberechtliche Kurswechsel an. Die EU hat am 9. September 2026 den Public Procurement Act vorgestellt. Der EU-Gesetzgeber möchte die bisherigen Richtlinien kassieren – und setzt legislativ statt auf das bisherige Richtlinien-Werkzeug nun ganz auf eine neue Vergaberechts-Verordnung. Was erwartet uns?
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Cloud-Verträge und digitale Souveränität – Teil 2: Digitale Souveränität braucht Organisation
Was Vergabestellen aus dem Schweizer Cloud-Modell für Beschaffung und Betrieb ableiten können

Der erste Teil (Vergabeblog.de vom 15/10/2026 Nr. 75372) hat anhand der Schweizer Rahmenverträge gezeigt, dass sorgfältige Vertragsklauseln Schutz, Transparenz und Reaktionsmöglichkeiten schaffen. Ihre praktische Wirkung hängt davon ab, ob die öffentliche Hand die technische Nutzung beherrscht und die erforderlichen Entscheidungen rechtzeitig treffen kann. Der zweite Teil richtet den Blick deshalb auf die staatliche Organisation und die Frage, wie Vergabeverfahren diese spätere Handlungsfähigkeit vorbereiten können.
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Oktoberfest: Vergabe der Standplätze war rechtens
Beschl. vom 16. Oktober 2026, Az. Verg 5/26 e

Zurückweisung der sofortigen Beschwerde mit Beschluss vom 16. Oktober 2026, Az. Verg.5/26 e des BayObLG zur „Oktoberfest-Causa“: „Die Landeshauptstadt München sei zwar Veranstalterin des Oktoberfests, sie habe aber nicht die Aufgabe übernommen, die Festzelte zu betreiben.“ Damit ist laut BayObLG für die Zuteilungsentscheidung der Standplätze auf dem Oktoberfest 2026 schon der Rechtsweg zu den vergaberechtlichen Nachprüfungsinstanzen nicht eröffnet gewesen.
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Ukrainische Unternehmen haben für die vom GPA oder vom Assoziierungsabkommen erfassten Beschaffungen einen rechtlich abgesicherten Zugang zum EU-Markt und Anspruch auf eine nicht ungünstigere Behandlung als Anbieter aus der EU. Diese Rechte lassen sich für die Vergabepraxis konkretisieren: durch die Zuordnung eines Auftrags zu den vereinbarten Marktöffnungen und, bei Rechtsverletzungen, durch die Nutzung der vorgesehenen nationalen Nachprüfungsverfahren. Der Beitrag zeigt, wie diese Grundlagen zusammenwirken und welche Bedeutung Kolin und Qingdao dafür haben.
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Cloud-Verträge und digitale Souveränität – Teil 1: Wenn der Cloud-Vertrag allein nicht reicht
Was die Schweizer Rahmenverträge mit Microsoft, AWS, Oracle und Alibaba leisten und wo ihre Grenzen liegen

Dieser Beitrag ist der erste Teil einer zweiteiligen Analyse. Teil 1 untersucht, welche Schutz- und Reaktionsrechte die Schweizer Rahmenverträge mit Microsoft, AWS, Oracle und Alibaba schaffen und wo ihre praktische Wirkung von Architektur, Konfiguration und Organisation abhängt. Teil 2 zeigt, wie die Schweiz diese Aufgaben institutionell aufgreift und welche Folgerungen sich daraus für öffentliche Cloud-Vergaben in Deutschland ableiten lassen.
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Falsche Referenzangaben lassen sich nicht nachträglich korrigieren
VK Bund, Beschl. v. 13.07.2026 – VK 2-46/26

Referenzen sind in vielen Vergabeverfahren nicht nur ein Nachweis von Erfahrung, sondern entscheiden bereits darüber, ob ein Bewerber überhaupt am weiteren Wettbewerb teilnehmen kann. Die Vergabekammer des Bundes setzt der Aufklärung deutliche Grenzen: Hat ein Bewerber zu einer Referenz eindeutige Angaben gemacht und erfüllen diese die vorgegebenen Mindestanforderungen nicht, besteht grundsätzlich weder eine Pflicht des Auftraggebers zur Aufklärung noch ein Recht des Bewerbers auf nachträgliche Korrektur. Daneben befasst sich die Entscheidung mit der Informationspflicht gegenüber abgelehnten Bewerbern nach § 134 GWB sowie mit dem Umfang des Akteneinsichtsrechts in Nachprüfungsverfahren.
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Mit Rundschreiben vom 07.09.2026 (Gz. IIA3 – H 1005/00151/007/002) hat das zuständige Bundesministerium der Finanzen (BMF) neue Regelungen in den Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P 2026), den Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung auf Kostenbasis (ANBest-P-Kosten 2026) sowie den Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur institutionellen Förderung (ANBest-I 2026) bekannt gegeben. Die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften (ANBest-Gk 2025) wurden nicht angepasst.
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VK Nordbayern: Keine Umgehung der Ausschreibungspflicht über Nachträge – Restleistungen sind (neu) auszuschreiben
VK Nordbayern, Beschl. v. 20.02.2025 – RMF-SG21-3194-9-31

Die VK Nordbayern hat entschieden, dass die Beauftragung eines neuen Auftragnehmers mit Restleistungen nach Kündigung eines ursprünglich vergebenen Auftrags regelmäßig nur im Rahmen eines neuen Vergabeverfahrens zulässig ist. Dabei wurde der Versuch, die Ausschreibungspflicht durch eine Nachtragsvereinbarung zu umgehen, als vergaberechtswidrig eingestuft. Die Kammer greift damit praxisrelevante Fragen zur Auftragswertschätzung sowie zu den Grenzen zulässiger Auftragsänderungen nach § 132 GWB auf.
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Anspruch auf Information nach IFG während eines Nachprüfungsverfahrens
VG Gelsenkirchen, Beschl. v. 11.08.2026 – 15 L 1487/26

Der Anspruch eines Bieters auf Informationszugang nach dem Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen (IFG NRW) ist während eines von ihm angestrengten Vergabenachprüfungsverfahrens nicht ausgeschlossen. So sieht es jedenfalls das Verwaltungsgericht (VG) Gelsenkirchen laut einer aktuellen Entscheidung. Damit weicht das VG von der bisher herrschenden Auffassung ab. Zu Unrecht, wie der nachfolgende Beitrag zeigt.
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Preisanpassung in langfristigen Entsorgungsverträgen
Voraussetzungen, Grenzen und Gestaltungsempfehlungen bei der Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) für die Vergabepraxis

Langfristige Verträge über die Übernahme und Verwertung von Bioabfällen haben typischerweise Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren. Die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit – Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und geopolitische Konflikte im Nahen Osten – haben gezeigt, dass selbst sorgfältig ausgestaltete Preisgleitklauseln an ihre Grenzen stoßen können: entweder weil zeitliche Karenzfristen eine sofortige Anpassung verhindern oder weil der Indexgewichtungsfaktor eines Kostenbausteins den tatsächlichen Kostenanteil im Leistungsgefüge nicht adäquat abbildet.










