„Faszination Beschaffung“ – Glückwunsch zu 75 Jahren BeschA
Dieser Slogan zur 75-Jahr Feier des Beschaffungsamtes des BMI, dem „BeschA“, wird bei Manchem verständlicherweise Unverständnis hervorrufen – ich kann ihn ganz und gar nachvollziehen! 75 Jahre erfolgreiche Beschaffung, das ist, auch in schwierigen Zeiten, in denen gefühlt eine Krise auf die nächste folgt, mehr als ein guter Grund zu feiern. Deshalb bin ich sehr gerne der Einladung von Präsident Dr. Alexander Eisvogel zur Geburtstagsfeier ins World Conference Center in Bonn gefolgt.
Kurz-Vita: Am 18. Mai 1951 zunächst als Beschaffungsstelle für den Bundesgrenzschutz (BGS) gegründet, seit ’56 Beschaffungsstelle des BMI, seit ’95 eigenständige Bundesbehörde. Das Beschaffungsamt des BMI berät, bündelt und führt den Einkauf der Bedarfsträger aus dem Geschäftsbereich des BMI durch. Mit einem Volumen von 9,3 Mrd. € im Jahr 2025 der größte zivile Beschaffer des Bundes.
In persönlicher Hinsicht „begleitet“ mich das BeschA nun auch schon seit 20 Jahren, als ich als Referent für öffentliche Aufträge beim Bitkom begann: Wir haben gemeinsam wegweisende Kooperationen zwischen IT-Wirtschaft und öffentlicher Hand initiiert, so die Leitfäden zur produktneutralen Ausschreibung oder die Eigenerklärung zur Nachhaltigkeit, die bis heute Bestand haben, fortgeschrieben werden und Quasistandards wurden. So war und ist das BeschA Vorreiter und zugleich wichtiges Bindeglied zwischen Bedarfsträgern, Anbietern und Politik. So sah es auch Staatssekretär im BMI Sebastian Wüste in seiner Festrede: „Es war und ist ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres gesamten Landes“.
Dr. Alexander Eisvogel hob in seiner Rede hervor, dass das BeschA sich immer weiterentwickelt hat, um bestmöglich auf die aktuellen Veränderungen reagieren zu können: „Aus einer klassischen Beschaffungsstelle ist durch systematische Weiterentwicklung eine krisenfeste Beschaffungsorganisation entstanden, die Beschaffung als strategisches Instrument für staatliche Krisen- und Sicherheitsvorsorge sieht“.
Besonders gefreut hat es mich, beim Festakt auch inzwischen im verdienten Ruhestand befindliche Mitarbeiter des BeschA wiederzusehen. Aber auch die vielen anderen bekannten Gesichter „der Szene“ bezeugten: Ja, man kann Beschaffung faszinierend finden und dem Thema treu bleiben. „Wir sehen uns zur 100-Jahr-Feier“, rief einer zum Abschied. So soll es sein!
Marco Junk
Marco Junk ist Geschäftsführer des Deutschen Vergabenetzwerks (DVNW), dass er im Jahr 2010 gemeinsam mit Dipl.-Kaufmann Martin Mündlein gründete. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen begann er seine berufliche Laufbahn im Jahr 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer und war danach als Bereichsleiter Vergaberecht beim Digitalverband bitkom tätig. Im Jahr 2011 leitete er die Online-Redaktion des Verlags C.H. Beck. Von 2012 bis 10/2014 war er Mitglied der Geschäftsleitung des bitkom und danach bis 10/2021 Geschäftsführer des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Seit 2022 ist Marco Junk zudem als Leiter Regierungsbeziehungen für das europäische IT-Unternehmen Atos tätig. Seine Beiträge geben ausschließlich seine persönliche Meinung wieder.



















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