Digitalminister Karsten Wildberger hat angekündigt, den Einsatz von Softwarelösungen des US-Konzerns Microsoft in der Bundesverwaltung schrittweise zu reduzieren. Ziel ist eine stärkere digitale Souveränität sowie die Verringerung einseitiger Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern.
Im Zentrum der Überlegungen steht ein verstärkter Einsatz von Open-Source-Software. Diese ermögliche – so Wildberger – mehr Transparenz, bessere Kontrollmöglichkeiten sowie eine größere Unabhängigkeit bei Betrieb und Weiterentwicklung. Entsprechende Lösungen würden bereits innerhalb des Ministeriums erprobt.
Gleichzeitig betont das Ministerium, dass bestehende Strukturen nicht kurzfristig ersetzt werden können. Die historisch gewachsene IT-Landschaft der öffentlichen Verwaltung sowie fehlende gleichwertige Alternativen im europäischen Raum machten einen vollständigen Umstieg zu einem langfristigen Transformationsprojekt.
Auch vergaberechtlich dürfte die Entwicklung von Bedeutung sein: Eine stärkere Berücksichtigung von Open-Source-Lösungen könnte künftig Einfluss auf Leistungsbeschreibungen und Zuschlagskriterien haben. Insbesondere Fragen der Anbieterunabhängigkeit und der langfristigen Nutzbarkeit von Software rücken damit stärker in den Fokus öffentlicher Auftraggeber.
Vor dem Hintergrund steigender Lizenzkosten – zuletzt lagen die Ausgaben des Bundes für Microsoft-Software im dreistelligen Millionenbereich – gewinnt die Diskussion zusätzlich an haushalts- und wirtschaftspolitischer Relevanz.
Hierzu berichten u.a. das IT-Newsportal Golem unter dem Titel: „Digitale Souveränität – Wildberger will Verwaltung unabhängiger von Microsoft machen“ und der Deutschlandfunk unter der Überschrift: „Öffentliche Verwaltung – Minister Wildberger will Einsatz von Microsoft-Software verringern“.
Der IT-Vergabetag des Deutschen Vergabenetzwerks (DVNW) befasst sich in diesem Jahr neben den Themen Beschaffung von Künstlicher Intelligenz (KI) wie auch der Beschaffung mit KI-Unterstützung vor allem mit den Fragen zur digitalen Souveränität. Am 10. Juni 2026 wird in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hinterfragt, was „digitale Souveränität“ bedeutet und wie sie durch Beschaffung erreicht werden kann. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie hier.















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